Chor der Einigkeit Hochstetten

10 Jahre Chorleiter Aldo Martínez

Laudatio 10 Jahre Aldo Martínez

Meine sehr verehrten Damen und Herren, werte Gäste, liebe Sängerinnen und Sänger,
gestatten Sie mir ein paar Worte zu unserem Dirigenten Aldo Martinez und sein Wirken bei uns.

Vor knapp 11 Jahren eröffnete uns unser langjähriger Chorleiter Hans Vogt, dass er im nächsten Jahr, also 2014 nach dem Sängerfest seine Tätigkeit bei uns nach 33 Jahren beenden werde, denn schließlich werde er in dem Jahr auch noch 70 und befand dies als guten Zeitpunkt für einen Abschluss. Nach dem wir diese Nachricht verdaut hatten, lautete natürlich die Frage:
Wer folgt nach?“

Auch da hatte Hans Vogt, wenn auch unbewusst, schon eine Spur gelegt. Denn am 15. September 2013 sollten wir bei der New Voice Generation des Bruderbund Mörsch mit unserem modernen Chor Intakt auftreten, hatten für diesen Termin jedoch leider keinen Dirigenten. Hans Vogt hatte einen familiären Termin und unser Vize war uns abhanden gekommen. Hans meinte, er regelt das mit dem Chorleiter des Gastgebers, der könne uns ja für diesen Auftritt übernehmen. Gesagt getan, Hans setzte sich mit Aldo in Verbindung, schickte ihm die entsprechenden Noten und schon hatten wir einen Ersatzchorleiter, mit dem es nach kurzem Einsingen ganz passabel klappte. Das war unser erster Kontakt mit Aldo Martinez zu dem Zeitpunkt noch völlig ohne Ambitionen.

Nach dem wir unsere Dirigentensuche, die nun ja anstand, Anfang des Jahres auf den Weg brachten, staunten wir nicht schlecht, als der Name Aldo Martinez auf der Kandidatenliste auftauchte. Ob er sich noch an uns erinnerte? - ich weiß es nicht! Wir an ihn schon. Nicht nur, dass er in der Probesingstunde eine überzeugende Leistung bot, hatte er mit dem Wohnort Staffort auch noch eine kurze Anfahrt zu bieten.

Also wies alles auf seine Verpflichtung hin. Eine Schwierigkeit gab es noch zu überwinden, unsere Probentage passten nicht zusammen. Wir hatten den Mittwoch, und der war bei ihm durch seine „Boygroup“ von der Freundschaft Völkersbach blockiert. Er konnte uns nur den Freitag anbieten und da wir Aldo unbedingt haben wollten, haben unseren Probentag eben auf den Freitag verlegt. Ich denke im Ergebnis war das unsere beste Entscheidung.

Bei unserem Sängerfest 2014 verabschiedete sich Hans Vogt und konnte dabei voll Freude auch gleich seinen Nachfolger vorstellen, der auch mit einem Chor bei uns zu Gast war.

Zu diesem Zeitpunkt hatte wir zwei Chöre, zum einen den langjährigen Gemischten Chor auch Traditionschor genannt und seit 1998 einen modernen Chor namens Intakt.

Der Start nach der Sommerpause zeigte dann nicht nur eitel Freude über den Neubeginn, sondern hatte noch was von Abschied, denn mehr als zehn Sängerinnen und Sänger, zugegebenermaßen in fortgeschrittenem Alter, nahmen den Abschied von Hans Vogt zum Anlass, selbst ihre Sangeskarriere zu beenden, was bei unserm Traditionschor personell natürlich ein riesiges Loch riss. Nach einigen Auftritten mit unserem „Minichor“ entschlossen wir uns, die beiden Chöre zu vereinen.

Von diesem eigentlich rumpeligen Start zeigte sich unser Aldo jedoch wenig beeindruckt. Für ihn stand seine musikalische Arbeit im Fokus und die machte er vorzüglich. Er verstand es glänzend durch Können und Charisma seine Leute mitzunehmen und seine Ideen an Mann bzw. Frau zu bringen, eindeutig abzulesen an der der Freude aller bei der Probenarbeit.

Von Anfang brach sich nicht nur der gelernte Pianist, sondern auch der Schlagzeuger Bahn, denn wir mussten feststellen, unser Neuer ist ein Rhythmusfanatiker, bei diesem Thema kann er schon sehr penetrant sein. Bei seinen Belobigungen muss man auch genau hinhören, denn als gewiefter Taktiker unter den Pädagogen hat er in jedem Lob auch meist eine Kritik versteckt. Nicht immer ganz offensichtlich: Ein „Aber“ schwebt bei jedem Lob in der Luft.

Das kennen sicher auch die Kolleginnen und Kollegen der Eintracht Spöck und des Sängerbundes Friedrichstal, die sich wohl gedacht haben: „Wenn der Hochstetten auf Trab bringt, ist er auch gut für uns. Also haben auch unsere beiden Nachbarn den guten Aldo verpflichtet. Er ist also so irgendwie der Patron der unteren Hardt.

Die Probezeit, ja so was gibt es bei uns, hat er problemlos gemeistert. Und zwar bestand die darin, dass er sich an meine Sprüche und Kommentare gewöhnen musste. Hat er prima geschafft, sodass das Ganze mittlerweile sogar in Dialogform funktioniert. Unlängst hat er schmunzelnd angemerkt: „Wir beide wären ein gutes Moderatorenteam“.

Der Boden für eine fruchtbare Zusammenarbeit war also bereitet. Schon nach einem Jahr gemeinsamer Arbeit traute er sich bereits an sein erstes Werk mit uns. Gemeinsam mit den Harmonikafreunden Linkenheim-Hochstetten, bei denen ist er ja kein Unbekannter, bestritten wir ein erstes wunderschönes Konzert unter seiner Leitung im Bürgerhaus.

Das Nachwuchsproblem kennen mittlerweile ja fast alle Gesangvereine, auch da griff er auf ein bewährtes Mittel zurück - den Projektchor. Gerade bei Konzerten oder besonderen Auftritten traut sich doch der Eine oder noch mehr die Andere, es doch mal mit dem Singen zu versuchen. Und wie schön… es bleibt immer mal wieder jemand bei uns hängen, meist animiert durch die kurzweilige und immer fröhliche Probenarbeit unseres Chorleiters.

So hat man garnicht gemerkt, wie schnell zehn Jahre vergangen sind. Wir altern dahin und bleiben doch durch das Singen jung. In diesen zehn Jahren hatten wir mit Aldo trotz Corona-Einschränkungen ca. 60 Auftritte und bereits sechs Konzerte, wovon ich eines besonders herausheben möchte: und zwar das Konzert „Ein Lied kann eine Brücke sein“ 2016 mit dem Destiny-Africa Kinderchor aus Uganda und einem großartigen Projektchor. Das war einfach ein überwältigendes Ereignis. Und das Schöne an den Konzerten ist, der Verein muss sich nicht um Musiker kümmern, die bringt Aldo einfach mit.

Ihr seht also, alles läuft wie geschmiert, so dass wir frohen Mutes einbiegen können in das zweite Jahrzehnt mit einem jungen, stets motivierten und ausgezeichneten Chorleiter Aldo Martinez.

Lieber Aldo hab Dank für die vergangenen zehn Jahre und Glück Auf für die kommenden.


Für den Gesangverein Einigkeit 1908 Hochstetten: Rainer Ritz
2024-07-07